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Jean Michel Jarre - Biographie
in Diskussionen rund um Musik 07.03.2010 23:25von Bob Satyr •
| 82 Beiträge
Wenn man Kraftwerk lobend erwähnt, dann kommt man auch an Jean Michel Jarre nicht vorbei, denn wenn Kraftwerk die Könige der minimalen elektronischen Musik sind, dann ist Jean Michel Jarre auf jeden Fall der König des Synthie-Pop.
Wenn beide noch etwas gemeinsam haben, dann ist das, das sie beide Pioniere elektronischer Musik waren und mit ihren Sounds der elektronischen Musik den Weg in die Pop-Musik geebnet haben, die dadurch dann natürlicha auch massentauglicher wurde...
Am 24. August 1948 erblickt Jean Michel Jarre das Licht der Welt, nach klassischem Klavierunterricht, den er recht schnell abgebrochen hat, widmet er seine ganze Aufmerksamkeit der Jazz-Musik. Was wohl hauptsächlich daran liegt, das kein geringerer als Chet Baker ihm ein kleines Ständchen zu seinem 10. Geburtstag spielte...
In den 60er Jahren, spielt er als Gitarrist in den Bands The Dustbins und Mystère IV, diese waren eher rockiger ausgelegt und so orientiert sich Jarre später dann andersweitig, nämlich in der Band Groupe De Recherches Musicales, diese Band ist eher Music Concrete ausgerichtet und diese Musik zeichnet sich durch Sampletechnik aus und so erlernte er dieses Handwerk, was für seine spätere Musik sehr wichtig wurde..
1971 verlässt er die Band und komponiert für die Balletttruppe AOR an der Pariser Oper, elektronische Begleitmusik und dies als jüngster Komponist an der Pariser Oper..
Sein nächstes Projekt war anscheinend eher mäßig erfolgreich, er komponierte die Filmmusik für den Film Die Löwin und der Jäger mit Alain Delon. Diese Musik, obwohl ich sie leider nie gehört habe, soll wohl verschiedenen Quellen zu folge, etwas gewöhnungsbedürftig gewesen zu sein. Trotzalledem waren hier schon verschieden Soundschnipsel dabei mit denen er später große Erfolge feierte...
Danach komponierte er häufiger Werbe-Jingles, aber er hat seine wirklichen Ideen nicht aus den Augen verloren und arbeitete weiterhin, an Kompositionen elektronischer Natur.. Anders aber als andere Musiker die mit elektronischen Elementen arbeiteten, war Jarre immer hymnenhafter, pompöser von der Musik her..
So kam dann das Album Oxygen raus, womit er einen Wahnsinnserfolg hatte, das Album verkaufte sich über 8 Millionen mal und er schuff damit ein Album, was ein absolutes Zentralwerk elektronischer Musik ist...
Trotz dieses Erfolges ist Jarre keine Medienmensch, trotz der millionenfach verkauften Alben, gibt Jarre kein Liveauftritt. Allerdings arbeitet er schon an seinem nächsten Werk Equinox, auch hier gibt es das Lied Equinox V, das ähnlich wie Oxygen wahrscheinlich nahezu jeder Mensch auf dieser Welt schonmal gehört hat, der Zugang zu einem Radio oder ählichen Medien hat... Als Jarre diese Album ankündigt, gibt 1,5 Millionen Vorbestellungen und nun gibt er auch ein Livekonzert, was einen Eintrag in Guinessbuch der Rekorde bekommt, denn über eine Million Leute verfolgen das Spektakel live mit...
Dann erschien das Album Magnetic Fields, es ist ein gutes Album, konnte aber nicht an den Wahnsinnserfolg seiner Vorgänger anschließen. Nichtsdestotrotz, lud die Chinesische Regierung Jarre nach China ein, um dort Live-Konzerte zu geben... Hierzu erschien dann 1982 das Album The Concerts In China..
1983 erscheint das Album Music For Supermarkets, das genau einmal auf Platte gepresst wird, ein Sammler ersteigert das Album für 69.000 Francs... Hiermit wollte Jarre eine Statement abgeben zur immer größer werdenden Kommerzialisierung der Musikindustrie, er zerstörte alle Masterbänder dieses Albums und spendete das Geld einer Organisation zur Förderung junger Künstler.. Trotzdem bekommt man Mp3´s im Netz zu diesem Album, weil dieses Album auf Radio Luxemburg lief und Fans natürlich diese Sendung mitgeschnitten haben und so sind dann diese Mitschnitte mittlerweile auch im Netz zu finden..
1984 erscheint dann das Album Zoolook, nicht nur das er jetzt weiter rumexperimentiert, soll heißen, das er jetzt zunehmend Vocal-Samples mit in seine Klangcollagen einbaut, nein er nimmt auch andere Musiker mit hinzu, da wären z.B. Marcus Miller, King Crimson usw.
1986 soll Jarre dann zum 150 Geburtstag von der Stadt Houston und dem 25 Geburtstag der Raumfahrtbehörde spielen, der Höhepunkt des Auftritts sollte eine liveübertragende Saxophon-Session des Challenger-Astronauten Ronald McNair sein, allerdings ist es dazu nie gekommen, denn die Challenger-Katastrophe machte diese Idee zu nichte...
Die Feier fand jeddoch trotzdem statt, allerdings dann umgewandelt in eine Gedenkfeier an die toten Astronauten... Das für den Auftritt komponiert Rendez-vous erschien dann kurz Zeit später. Im selben Jahr besuchte der damalige Papst die Stadt Lyon, nachdem der Papst die Stadt gesegnet hatte, legte Jarre mit seinem Live-Auftritt los.. Aus diesen Events in Houston und Lyon entstand dann das Live-Album Cities In Concert/Houston-Lyon..
Das Album Revolutions wurde dann seinem Namen überhaupt nicht gerecht und ist auch ein Einschnitt in der Entwicklung Jarres der sehr stark pop-orientiert ist, das Album plätschert einfach vor sich hin und war man hatte den Eindruck rein kommerzieller Natur.. Nicht anders war das mit den Alben Waiting For Cousteau und Chronologie, die auf ähnliche Weise produziert wurden und auch nichts innovatives zu bieten hatten.
Erwähnenswert wäre hier noch das er 1990 einen zweiten Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde bekommt, denn bei seinem Auftritt im architektonischen High Tech-Distrikt La Defense, bei dem 2,5 Millionen Leute anwesend waren..
Zwischen 94-95 erscheinen drei Live-Alben, die musikalisch auch nichts zu bieten haben.. Manch einer denkt schon die Zeit Jarres ist vorbei..
Das Millenniums-Konzert vor den Pyramiden von Gizeh, gab dann 2000 neuen Aufschwung, zwar war das Album Metamorphoses das durch diesen Auftritt entstand kein sonderlich kommerziell erfolgreicher Tonträger, aber es scheint als wenn Jarre zu seiner alten Form aufläuft.. Es scheint aber auch nur so, denn Sessions 2000 ist zu recht ein totaler Flop, hier spielt Jarre mit Jazz-Elementen rum, die keiner hören will, einfach schauerlich..
2004 erst wird man wieder auf Jarre aufmerksam, nachdem er nach Konzerten in China anno 2004, dann 2005 eine atemberaubende Doppel-DVD rausbringt mit Aufnahmen von eben diesen Konzerten.
Im gleichem Jahr spielt Jarre dann in Polen und zwar in der Danziger Werft, ein geschichtsträchtiger Ort denn dort wurde die erste freie Gewerkschaft des Ostblocks gegründet und zwar 1980. Dieser Auftritt steht dann 2006 als DVD im Handel unter dem Namen Solidarnosc Live.
2007 also erst vor kurzem erscheint das Album Téo & Téa, das die Geschichte zweier junger Menschen erzählt die seelenverwandt sind und sich auf dem Dancefloor kennenlernen. Aber zu dem Album mehr, wenn ich die Zeit finde darüber ein Review zu schreiben.
Abschließend kann ich zu Jarre nur sagen, das er ein Ausnahmekünstler ist, der der elektronischen Musik zur breiten Akzeptanz verholfen hat, es ist bestimmt nicht alles Gold was der Mann rausgebracht hat, aber bei einer so lange Schaffensphase, sei ihm das auch erlaubt. Alles in allem ist er nie stehengeblieben, er hat immer experimentiert und hat sich nie auf einem Stand seines Wissens ausgeruht, er war immer bemüht neue Welten zu erforschen und neue Möglichkeiten zu finden sich auszudrücken.
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